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OP im Rahmen der Friedensdorf-Hilfsaktion

Mosbach | Die 12-jährige Odina aus Usbekistan kann wieder laufen

Als die kleine Odina (Name geändert) am 16. Juli die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an den Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach verlassen hat, war mehr getan, als sie mit ihren 12 Jahren ermessen kann. Eine Verlaufskontrolle durch Chefarzt Dr. Gritzbach ergab, dass ihr Bein an Stabilität gewonnen hat und die Chancen der Gehfähigkeit nach einer Operation im vergangenen August als „gut“ bezeichnet werden dürfen.

Mit dieser Entwicklung konnte Odina nicht rechnen. Ihr Zuhause ist die Stadt Samarkand im Südosten von Usbekistan. Dort lebt sie mit zwei Schwestern und ihren Eltern in zwei Zimmern. Einen Schicksalsschlag bedeutete für das Mädchen eine so genannte kindliche Pseudarthrose im rechten Unterschenkel. Dabei verhindert eine Störung der knochenbildenden Zellen, dass die Knochen gesund wachsen und eine feste Struktur erhalten. So entsteht an falsch zusammengewachsenen Knochenteilen eine Art künstliches Gelenk, was große Schmerzen verursacht sowie übliche Belastungs- und Bewegungsfunktionen stark einschränkt.

Vier Operationen in ihrer Heimat brachten Odina keine Heilung. Dabei nahmen Substanz und Stellung von Knochen und Fußgelenk so großen Schaden, dass Odina nicht mehr laufen konnte. Durch das Engagement der Kinderhilfsorganisation „Friedensdorf International“ kam das Mädchen letztes Jahr im August zur Behandlung nach Deutschland. Dr. Gritzbach von den Neckar-Odenwald-Kliniken war sofort zu einer karitativen Behandlung bereit. Für den Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ist es nach eigenen Worten „... gleich-ermaßen Herzenssache wie fachlicher Schwerpunkt, Patienten im Kindes- und Jugendalter zu helfen.“
Nach der Eingangsuntersuchung von Odina beriet er sich mit Dr. Karsten Ridderbusch, einem renommierten Kinderorthopäden vom Kinderkrankenhaus Hamburg Altona. Da die Knochensubstanz von Odinas Unterschenkel sehr angegriffen war, entschieden sich die beiden Experten für eine korrigierende Operation, bei der die nötigen Fixierungen mit sogenannten Marknägeln vorgenommen wurde. Die 90-minütige Operation fand am 20. August 2014 statt. Dabei gelang es, dem völlig instabilen Unterschenkel mehr Halt zu geben. So ist es Odina möglich geworden, mit einer Schiene das Bein zu belasten und darauf zu laufen. Bei der jetzt vorgenommenen Kontrolluntersuchung konnte eine deutlich verbesserte Stabilität festgestellt werden, und Odina ist durch die Behandlung völlig schmerzfrei geworden. Die deutliche Verkürzung des betroffenen Beins erfordert allerdings die Anfertigung eines Spezialschuhs, um diesbezüglich für einen Ausgleich und ein beschwerdefreies Gehen zu sorgen.

Außerdem werden eine Gipsschiene und tägliche Krankengymnastik noch eine Zeit lang zum Leben Odinas dazu gehören, und eine weitere Nachuntersuchung an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie soll in sechs Monaten zeigen, ob zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen nötig sind.

Aber in ein paar Wochen darf das Mädchen die Heimreise antreten und guter Hoffnung sein, bald wieder beschwerdefrei laufen zu können. Aus dem Friedensdorf in Oberhausen (NRW) verabschiedet sich dann ein Mädchen, das mit viel Lebensmut nach vorne schaut.

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