Stroke Unit bleibt erhalten
Patientinnen und Patienten der Neckar-Odenwald-Kliniken können weiterhin auf hohe medizinische Kompetenz bei Schlaganfällen vertrauen. Dies zeigte die kürzlich erfolgreiche Re-Zertifizierung der "Lokalen Schlaganfallstation" der Kliniken am Standort Mosbach.
Dabei wurden durch unabhängige Prüfer zahlreiche Bereiche – von der Zentralen Notaufnahme und der Intensivstation bis hin zu den vorhandenen medizinischen Geräten – umfassend bewertet und geprüft, wie das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises in einer Pressemitteilung schreibt.
Weitere drei Jahre darf die Station nun die Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen tragen. Die Stroke Unit am Standort Mosbach besteht seit neun Jahren und wurde nun zum dritten Mal zertifiziert.
Dass hinter der Re-Zertifizierung die Arbeit eines interdisziplinären Teams steckt, machte der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin in Mosbach, Dr. Peter A. Oberst, bei der erneuten Entgegennahme des Zertifikats deutlich: "Ein Schlaganfall ist eine komplexe Erkrankung, die schnelles Handeln von kompetenten Ärzten und Pflegern erfordert.
Dass wir ein solches Team hier haben, darauf bin ich richtig stolz. Der Standort Mosbach ist und bleibt unverändert ein Kompetenzzentrum für Schlaganfallpatienten." Im vergangenen Jahr habe man nahezu 300 Patienten helfen können.
Neben den Ärzten leisten auch Logopäden sowie Physio- und Ergotherapeuten einen wichtigen Beitrag zur Behandlung. "Alle Berufsgruppen sind auch am Wochenende für die Patienten im Einsatz und gewährleisten damit – auch unter den aktuellen Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen – eine optimale Behandlung an jedem Tag der Woche", betont Oberst.
Die Station "Stroke Unit" ist unter anderem mit einer hochauflösenden Kamera ausgestattet, über die kooperierende Neurologen des Schlaganfallzentrums der Universitätsklinik Heidelberg zugeschaltet werden können. Gemeinsam wird für jeden Patienten individuell das weitere Vorgehen festgelegt.
Zeigt das Computertomogramm einen Verschluss einer Hirnschlagader und sind die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, kann eine sogenannte Lysetherapie – eine Blutverdünnung zur Auflösung des Gerinnsels – eingeleitet werden. "Bei besonders kritischen Patienten verlegen wir per Helikopter in ein überregionales Schlaganfallzentrum. Der Helikopterlandeplatz ist direkt auf dem Dach des Krankenhauses", erklärt Oberst die Abläufe.
Damit stets die geeignete Klinik gewählt wird, sind die Neckar-Odenwald-Kliniken Teil des Schlaganfall-Konsortiums Rhein-Neckar (FAST) der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg unter der Leitung von Prof. Christoph Karl Gumbinger (Facharzt für Neurologie in Heidelberg).
Im Rahmen dieser Kooperation wurde am Standort Mosbach eine leistungsfähigere Datenverbindung mit einer Bandbreite von 150 Megabit pro Sekunde eingerichtet. Sie ermöglicht es den neuroradiologischen Ärzten in Heidelberg, CT-Untersuchungen innerhalb von 15 Minuten auszuwerten. Schädel-CTs von Schlaganfallpatienten können sogar innerhalb von fünf Minuten beurteilt und die Patienten anschließend gemeinsam mit den Ärzten in Mosbach zeitnah gezielt weiterbehandelt werden.
Oberst lobt die gute Zusammenarbeit und die hohe Kompetenz der Neurologen und Neuroradiologen der Universitätsklinik und erklärt: "Ohne das professionelle Netzwerk mit der modernen Ausstattung einer Schlaganfallstation vor Ort wäre die Behandlung auf diesem hohen Niveau nicht möglich."
Die Installation einer zweiten Videokamera in der Zentralen Notaufnahme in Mosbach vor einigen Jahren hat sich ebenfalls bewährt. Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall können dort direkt per Video begutachtet werden. "Das ist eine deutliche Zeitersparnis, die weitere Minuten bringt", so der Chefarzt.
Neben einer schnellen und modernen Versorgung spiele jedoch auch die Aufklärung der Bevölkerung eine entscheidende Rolle. Im Rahmen verschiedener Informationsveranstaltungen klärt Oberst über das Zustandekommen von Schlaganfällen und wirksame Präventionsmöglichkeiten auf. Die Neckar-Odenwald-Kliniken empfehlen, sich über die Symptome, darunter halbseitige Lähmung, Sprachstörungen und Schwindel, gut zu informieren und im Zweifelsfall den Notruf 112 zu wählen. "Wenn der Verdacht auf Schlaganfall besteht, bitte nicht erst noch einmal hinlegen und hoffen, dass es wieder vergeht. Der Schlaganfall ist ein zeitkritischer Notfall", appelliert der Mediziner.